Wer hat Angst vor'm Beamten-Mann???

Ich hatte von Klein auf Angst. Angst vor den unmöglichsten Sachen, die ich mir ausgemalt habe, die passieren können. Zum Beispiel hatte ich als 10-jährige Angst, zur Verabredung mit einer Freundin zu gehen, weil ich Angst hatte, wir könnten uns streiten.Oder ich hatte Angst, Risiken welcher Art auch immer einzugehen, aus lauter Angst, was falsch zu machen und den Fehler nicht mehr berichtigen zu können. Oder ich hatte Angst, zu einem offiziellen Termin zu gehen, weil ich mir vorgestellt habe, ich könnte einen Fehler gemacht haben und würde deswegen eine Anzeige bekommen und im Knast landen.Oder wegen Unzurechnungsfähigkeit in der geschlossenen Psychiatrie landen.Deswegen hatte ich übrigens auch immer Angst, in den Briefkasten zu gucken. Und so weiter...Diese Gedanken und die damit verbundene Angst waren immer völlig normal für mich und ich hab sie auch nicht bewusst wahrgenommen. Dann war ich vor einem halben Jahr gezwungen, mehrere Behördengänge zu machen. Der absolute Horror für mich. Ich saß beim ersten Termin zitternd, mit Tränen in den Augen, halb blöd vor Angst im Wartebereich und bin fast ohnmächtig geworden. Und die Beamtin war so unfreundlich, dass ich nur das Notwendigste gemacht hab und dann heulend rausgelaufen bin. Beim nächsten Termin hatte ich eine Freundin mitgenommen, als seelischen Beistand. Und dann war es auch gar nicht schlimm. Sie hat mich ganz lieb beruhigt und abgelenkt und die Leute, die mich da betreut haben, waren auch richtig lieb. Und ich hatte den Eindruck, dass es eine Art Therapie von Gott ist, gegen meine Angst vor Behörden, weil ich ihn darum gebeten habe, sich um meine Behörden-Angst zu kümmern. Dieses Erlebnis hab ich dann festgehalten.Und das nächste mal konnte ich schon alleine zum Termin gehen, ohne eine wahnsinnige Angst. Ja, ok, ich konnte einige Nächte vorher nicht schlafen, habe vor Angst keinen Bissen runter gebracht, und psychosomatisch war auch ein bisschen was, aber ich konnte mit einigermaßen klarem Kopf hingehen und die Sache klären und habe auch gemerkt, dass die Leute hinter dem Schreibtisch auch nur Menschen sind und eigentlich ganz freundlich. Zu der Zeit hat Gott auch angefangen, mich immer wieder aufzufordern, die Wirklichkeit zu überprüfen: "Hey, was ist Realität und was ist nur deine Angst? Was kann schlimmstenfalls passieren und was kannst du dann noch tun?"Da hab ich gemerkt, dass viele meiner Horrorvorstellungen gar nicht so Horror waren. Wenn ich aus heiterem Himmel eine Anzeige im Briefkasten hätte, könnte ich immernoch die Leute anrufen und versuchen, es so zu klären. (BTW, warum sollte ich eine Anzeige bekommen und warum überhaupt?) Wenn ich eine Freundin besuche, und wir streiten uns, kann man das auch klären. Ich musste ungefähr sieben mal innerhalb von vier Monaten zu Behörden und jedes mal hatte ich etwas weniger Angst. Ich würde sagen, inzwischen ist meine Angst auf ein gewöhnliches Maß geschrumpft. Danke, Gott!Aber nicht nur das. Ich mache Dinge freiwillig, die ich mich früher wegen meiner angstmachenden Gedanken nie getraut hätte. Mein Laptop war über ein Jahr von irgendwelcher Malware befallen. Es haben sich übers Internet immer wieder Popups geöffnet. Das war erst nur saunervig, dann wurde es immer mehr, so sehr, dass ich irgendwann gar nicht mehr ins Internet konnte, wie 1. so viele Popups geöffnet wurden, dass ich das eigentliche Fenster nicht mehr sehen konnte und 2. die Prozessorleistung extrem gelitten hat. Ja, und dann vor ein paar Tagen hab ich einfach mal das Teil aufgefrischt. Dabei wurden Programme, die ich installiert habe, gelöscht aber meine Dateien behalten. Und deswegen, hab ich gedacht, wird auch die Schadsoftware verschwinden. Es ist, was ich will, also tue ich es. Ungewöhnlich klare Gedanken, wenn man bedenkt, dass ich immer nur sowas gedacht habe wie: "Wenn du auf was Falsches klickst wirst du den Laptop völlig schrotten! Du kannst das, was da steht, gar nicht verstehen! Vielleicht wachsen dem Laptop ja Beine und er verfolgt und terrorisiert dich dein Leben lang!" (OK, das letzte war Sarkasmus.)Jedenfalls hab ich nichts davon gedacht, sondern nur gelesen, was Auffrischen bewirkt, kurz nachgedacht und es dann gemacht. Und ein paar Tage später auch Windows 10 installiert, damit ich ein Screencarst-Programm bekommen konnte.Und es hat geholfen. Die Malware ist verschwunden, keine Popups mehr, Prozessorleistung normal. Ein Erfolgserlebnis, das ein neues Erleben ermöglicht. Daran hab ich gemerkt, dass meine irrationale Angst sehr geschrumpft ist. Ich hab Jesus nicht mal gesagt, dass ich sie loswerden will, ich hab noch nicht mal wirklich daran gedacht. Ich hab nur gesagt, dass ich nicht mehr diese Angst vor Behörden haben will. Und er hat sich auch um meine allgegenwärtige Angst gekümmert und um diese seltsamen Gedanken.Haha, ziemlich cool.

25.4.16 23:41, kommentieren

R.I.P.

Ich hab in meinem ersten Blogeintrag geschrieben, dass man als Christ auch bizarre Dinge erlebt. Das hier gehört meiner Meinung nach genau in diese Kategorie. Vielleicht sogar schon ins Psychotische...

Wo fang ich nur an?

Letztes Wochenende ist ein ganz lieber Kerl gestorben. Er war mitte 20. Ich kannte ihn nicht näher, er hat mir bei meinem letzten Umzug geholfen. Und ich hab ihn ein paar mal als Lobpreisleiter erlebt. Eine tolle Ausstrahlung, er hatte eine unheimliche Begabung.

Letzten Sonntag bin ich nochmal in den Gottesdienst gegangen. Ich hatte zwar überlegt, woanders hin zu gehen, aber dann bin ich doch in diese Gemeinde. Ich wollte ein paar gute Freunde sehen. Dann, als die Predigt anfangen sollte, hat der Pastor gesagt, dass er eigentlich heute gar nicht dran wäre, sondern der H. Aber der hat abgesagt. Weil sein jüngster Sohn gestorben ist.

Er war nicht krank, er war nicht alt, er hatte keine wahnsinnigen Hobbies wie Bungeejumping, er war nach menschlichem Ermessen nicht sterbe-gefährdet. Und trotzdem ist er tot.

Er ist für einige Wochen nach Norwegen oder so gegangen. Da hat er sich eine Hütte irgendwo ganz weit außen genommen. Das nächste Haus war wohl kilometerweit entfernt. Er wollte ganz bewusst eine Zeit mit Gott alleine haben und dafür völlige Ruhe haben. Er sagte bevor er gefahren ist, dass er sich darauf freut wie auf Flitterwochen.

Und irgendwann haben Nachbarn, die dann doch mal nach ihm geguckt haben, ihn tot aufgefunden. No Chance.

Soweit ich gehört habe hat er in dieser Hütte gefastet. Und dann an Nahrungs- und Flüssigkeitsmangel gestorben. Er hat das Ganze gemacht, ohne sich darauf vorzubereiten und ohne jemanden, der ihn berät und begleitet. Er hat einfach nichts gegessen und kaum getrunken. Und war sich sicher, dass er dadurch eine ganz besondere Zeit mit Gott haben würde.

Nach einiger Zeit hat er wohl durch den Flüssigkeis- und Schlafmangel halluziniert und sich noch weiter ins Fasten verirrt. Das war dann der Punkt, an dem es kein Zurück mehr gab, an dem er nicht mehr selbst aufhören konnte. Vielleicht hat er Gott tatsächlich auf besondere Weise erlebt, vielleicht waren es nur die Halluzinationen durch den veränderten Wasser-Salz-Haushalt. Wie auch immer.

Aber wenn es stimmt, dass man das Wirken Gottes an den Früchten erkennt... die Frucht der ganzen Sache ist eindeutig. Der Tod.

Heute wurde er beerdigt. Ein junger Erwachsener, mitte 20.

Wer auch immer das hier liest und fasten will: Wenn Gott dir das aufs Herz gelegt hat, super, aber BITTE informier dich vorher, was du beachten musst. Sprich mit einem Mediziner, einem menschlichen Mediziner. Ich weiß, dass Gott der beste Arzt ist, aber ich weiß auch, dass sich die menschliche Wahrnehmung der Stimme Gottes leicht manipulieren lässt. Halte Kontakt zur Außenwelt und bitte tue es nicht irgenwo in der Pampa!

Dieses Schicksal sollte sich nicht wiederholen.

Ich weiß, dass du jetzt bei Jesus bist. Aber Raffi, war es wirklich das, was du wolltest???

22.4.16 21:50, kommentieren

Gott ist Liebe

Das möchte ich einfach mal festhalten.

Ich nehme an, dass viele, die hier lesen mich aus dem RL kennen. Deswegen ein kleines Vorwort. Ich habe seit einiger Zeit gedacht, dass man als Christ echt Sachen erleben kann, die es wert sind, aufgeschrieben zu werden. Lustige, lebensbejahende, verrückte, ermutigende, skurrile, bizarre, verletzende, teilweise auch psychotische Sachen. Und diese Erlebnisse sind viel zu schade um sie zu vergessen. Deswegen dieser Blog.

Dabei möchte ich nicht nur die tollen Geschichten erzählen. So nach dem Motto: Werde Christ und alle deine Probleme sind gelöst. Mal ehrlich, wer glaubt das? Ich hoffe, dass sich auch irgendwann der eine oder die andere auf diesen Blog verirrt, der mit Gott, der Bibel und Kirche nicht viel anfangen kann. Und ich fände es nicht verantwortlich, dieser Person eine heile Christenwelt vorzuspielen, die es auf diese Art nicht gibt. Ich finde, wenn man auch die dunklen Seiten nicht verschweigt tritt das Licht viel heller hervor.

Aber bei allem möchte ich festhalten: Gott ist die Liebe. Ich glaube, dass Gott die absolute Liebe ist und er alles aus Liebe tut. Wenn ein paar Artikel hier erscheinen werdet ihr feststellen, dass ich nicht so naiv bin wie sich das anhören kann. Ich weiß, wie es auf der Welt zugehen kann und dass es schwer fällt, an einen liebenden Gott zu glauben. Aber ich tue es trotzdem. Und wenn ich hier über Menschen und Gruppen schreibe will ich mich um echte Wertschätzung bemühen. Ich weiß, dass mir das nicht immer gelingen wird und dass ich manchmal auch missverständlich schreibe. Aber seht mir das bitte nach und behaltet das Gute.

Also, auf bald. Eure Bithya

21.4.16 19:48, kommentieren